Daten in der Cloud speichern

Immer häufiger liest man von den Vorteilen der Datenspeicherung in der Cloud.  Man legt seine Daten in die Cloud und ist aller Sorgen enthoben. Dort werden sie automatisch gesichert. Jederzeit und von überall aus hat man selber Zugriff darauf. Und auch Freunde und Bekannte können bei Bedarf auf diese Daten zugreifen. Das alles ist doch sehr bequem. Wirklich ??

Zunächst, was ist die Cloud?  Es ist – vereinfacht dargestellt – ein Computer eines Dienstleisters, auf dem man im Internet seine Daten – kostenlos oder gegen Gebühr – abspeichern kann. Man erspart sich also die Mühe und Kosten, eine externe Festplatte für seine Datensicherung anzuschaffen und dann die Datensicherung auch regelmäßig durchzuführen, denn die Sicherung der Daten in der Cloud erledigt der Anbieter.  Und auf die in der Cloud gespeicherten Daten habe ich – der Nutzer – jederzeit und von überall aus Zugriff. So zumindest die Theorie.

Vor einer Entscheidung für oder gegen eine Datenspeicherung in der Cloud sollte man sich allerdings  folgende Fragen stellen und ehrlich beantworten :

  • Welche Daten will ich speichern
    • allgemeine Dokumente
    • private Unterlagen wie Briefe, Vertragsunterlagen, Rechnungen etc
    • Urlaubsfotos
  • Wie wichtig sind mir die Daten
    • Sehr wichtig
    • Wichtig
    • Relativ unwichtig
  • Welchen Umfang haben die Daten
  • Wie oft will ich darauf zurückgreifen
    • reine Sicherung ohne regelmäßigen Zugriff
    • regelmäßig
    • jederzeit
  • Wer soll auf die Daten zugreifen dürfen
    • nur ich selber
    • Familienangehörige und Bekannte
    • ist mir egal

Allein schon der Punkt Umfang kann die Entscheidung gegen eine Speicherung in der Cloud herbeiführen. Heutzutage kostet ein guter USB3-Stick mit 16 GB-Speicherkapazität zwischen 10 € und 20 €, eine externe Festplatte mit 1TB Speicherkapazität unter 80 €. Wenn jetzt dazukommt, dass es sich um sehr persönliche und wichtige Daten handelt, auf die ich und nur ich jederzeit zugreifen möchte, dann hat aus meiner Sicht die Cloud-Speicherung schon verloren. Sicherlich gibt es kostenlose Cloud-Angebote – der dabei zur Verfügung gestellte Speicherplatz überschreitet aber fast nie die 5 GB-Marke, meistens sind es sogar nur 2 GB. Aber wie sicher sind die Daten dort vor dem Zugriff anderer geschützt – NSA, Hacker? Wie zuverlässig wird die Datensicherung beim Anbieter gehandhabt? Ist ein 24-Stunden-Betrieb sichergestellt? Gibt es einen 24-Stunden-Betrieb der evtl. benötigten Hotline bei Problemen (Anbieter sitzt in USA oder Fernost)? Und bei gebührenpflichtigen Angeboten können die Kosten schnell den Anschaffungspreis für einen USB-Stick oder eine externe Festplatte übersteigen. Hinzu kommt noch der ev. Ausfall des eigenen Internet-Anschlusses, gem. Murphys-Gesetz tritt der nämlich immer dann ein, wenn man ihn am wenigsten gebrauchen kann.

Es soll hier nicht prinzipiell gegen die Speicherung von Daten in der Cloud argumentiert werden. Aber es sollte gut überlegt sein, ob es nicht andere Wege für eine sichere und komfortable Datenspeicherung und Datensicherung (z.B. Dateiversionsverlauf bei Windows 8) gibt.

Henning Hilmer , 6.12.2013