Defragmentierung – WWW ?

Sie fragen sich sicherlich, was hat Defragmentierung mit dem World Wide Web zu tun: Ganz richtig, erstmal gar nichts. WWW steht hier nämlich für „Was ist das„, „Warum sollte ich“ und „Wie geht das„. Daher in aller Kürze :

„Was ist das“ – kurz gesagt nichts weiter, als Ordnung in die Daten auf der Festplatte Ihres Computers bringen.

„Warum sollte ich“ – damit Ihr Computer (eventuell) wieder schneller arbeiten kann

„Wie geht das“ – ganz einfach mit Bordmitteln von Windows (siehe die Links weiter unten) oder mit Freeware oder kommerziellen Produkten (die teilweise aber auch nicht besser als die Bordmittel von Windows sind).

Ein wichtiger Hinweis am Anfang : Defragmentierung ist ein Thema bei Festplatten, bei denen mechanische Teile (die Platte selber und der Schreib-/Lesekopf) bewegt werden müssen. Sollte also in Ihrem Tablet, Netbook oder Notebook keine Festplatte sondern eine sogenannte SSD (Solid-State-Drive, ein elektronisches Speicherlaufwerk) eingebaut sein, dann brauchen Sie eigentlich nicht weiterzulesen (außer das Thema interessiert Sie allgemein). Denn bei SSD’s spielt die Defragmentierung keine Rolle. Ganz im Gegenteil, Defragmentierung könnte hier sogar die Lebensdauer der SSD verkürzen. Daher wird sie von den Programmen zur Defragmentierung auch gar nicht erst angeboten. Bei einer SSD werden keine mechanischen Teile hin- und herbewegt, hier fließt nur Strom. Und den können wir selbst mit der besten Defragmentierung nicht beschleunigen.

So und nun ins Eingemachte. Solange noch Platz auf der Festplatte ist, speichert Windows die Daten einfach hintereinander weg. Zwischendrin werden auch mal Daten gelöscht. In diese Lücken werden vom Betriebssystem ebenfalls neue Daten geschrieben. Im Laufe der Zeit entwickelt sich dadurch eine ganz schöne Unordnung auf der Festplatte (die Sie allerdings nicht sehen. Ihre eigene Ordnung, die Sie über den Windows-Explorer in Ihre Daten- und Programmsammlung gebracht haben, hat mit dieser oben genannten Unordnung zunächst mal nichts zu tun!)

Zur Erklärung ein kleiner Vergleich aus dem Alltag (bitte nicht gleich schimpfen. Ich unterstelle im Folgenden niemandem, dass er bei sich zuhause keine Ordnung hält!!!). Sie haben ein wunderschönes Kaffeeservice, das in einem Schrank ordentlich abgestellt ist. Im Laufe der Zeit kaufen Sie einzelne Teile hinzu, die aber am eigentlichen Aufbewahrungsort innerhalb des Schrankes keinen Platz mehr haben. Also werden die Teile dort untergebracht, wo noch Platz im Schrank ist. Der Schrank als Ganzes symbolisiert jetzt Ihre Ordnung, die Sie auf Ihrem Computer mit dem Windows-Explorer in Ihre Daten und Programme gebracht haben. Die einzelnen Teile des Services, die an den verschiedensten Orten untergebracht sind, symbolisieren die Daten, die das Betriebssystem auf der Platte abgelegt hat. Wenn Sie jetzt also Besuch bekommen, müssen Sie das Kaffeeservice an den verschiedensten Orten zusammensuchen, was natürlich länger dauert, als wenn alles ganz geordnet an einem Platz stünde. Irgendwann stört Sie das, und Sie räumen um, damit die Teile des Services wieder zusammenstehen. Das ist Ihre Defragmentation des Kaffeeservices! Und genauso sollten Sie, wenn Sie merken, dass Ihr Rechner spürbar langsamer wird, überprüfen, ob die Daten defragmentiert werden sollten.

Das geht mit Bordmitteln von Windows 7Windows 8 oder Windows 8.1 recht einfach (leider unterscheidet sich der Ablauf in den 3 Windows-Versionen mal wieder. Daher für jede Version eine kleine Anleitung. Einfach den entsprechenden Link oben anklicken. Es gibt hier auch eine tabellarische Gegenüberstellung für alle drei Windows-Verionen). Bei den Freeware- bzw. kommerziellen Programmen läuft das Ganze prinzipiell ähnlich ab. Sie haben dort aber ev. mehr Möglichkeiten bei der Konfiguration. Das hängt allerdings stark von den einzelnen Programmen ab. Daher gehe ich auf diese Möglichkeiten hier nicht ein.

Noch ein kleiner (aber nicht ganz unwichtiger) Hinweis zum Schluss, bevor Sie nun fröhlich mit der Defragmentierung Ihrer Festplatte beginnen. Defragmentieren hat heute im Vergleich mit den Anfangstagen des PC’s an Bedeutung verloren. Anfänglich waren die Festplatten um Größenordnungen kleiner und damit auch sehr viel schneller voll als heutzutage. Damit stieg damals automatisch die Fragmentierung der Daten durch das Löschen und die Neuaufnahmen von Daten und Programmen. Bis die Fragmentierung heute auf einem neueren Computer ein kritisches Stadium erreicht, dauert es schon eine ganze Weile. Neben dem sehr viel größeren Speichervolumen der Platten spielt auch die bessere Organisation der Daten auf der Platte durch die neuen Windows-Versionen eine große und positive Rolle. Daher muss heutzutage die Defragmentierung (wenn überhaupt) sehr viel seltener eingesetzt werden als früher.

Henning Hilmer, 20.02.2014