Wichtige Vorsorge für Ihren Internetanschluss im Ernstfall

„Ein altes asiatisches Sprichwort lautet: man soll sein Leben so planen, als ob man ewig lebe, und so organisieren, als ob man morgen sterbe“, mit diesem Satz beginnt die „Vorsorgemappe“ von Michael Bonefeld im Haufe-Verlag. Den ersten Teil des Satzes beherzigen wahrscheinlich die meisten von uns, beim zweiten Teil hapert es allerdings des Öfteren, was im Ernstfall – der ja irgendwann doch eintreten wird – die Angehörigen in ziemliche Bedrängnis bringen kann. Die bereits oben erwähnte „Vorsorgemappe“ – die es in ähnlicher Form von einigen anderen Verlagen ebenfalls gibt – hilft einem dabei, die wichtigen persönlichen Daten zusammenzutragen und so zu ordnen, dass nach Eintreten des „Ernstfalles“ der oder die Angehörigen die vielfältigen auf sie zukommenden Aufgaben „leichter“ erledigen können.

Allerdings fällt auf, dass – zumindest bei den älteren Ausgaben der „Vorsorgemappen“ – das Thema „Internet“ oftmals noch nicht angesprochen wurde. So sollten bei der Aufstellung der persönlichen Daten auch die Internet-Zugangsdaten incl. Passwörter sowie die Daten des oder der E-Mail-Accounts unbedingt gut auffindbar hinterlegt werden.

Eine mögliche Form wäre z.B. für die verschiedenen Netzwerke:

Name des Providers:                           (z.B. amazon, facebook etc.)
Kennung:                                             (mit der man sich anmeldet)
Passwort:                                             (das zur Kennung dazugehört)

Für den oder die E-Mail-Accounts könnte es so aussehen:

Name des Providers:                           (z.B. Deutsche Telekom)
E-Mail-Adresse:                                   (z.B. martin.mustermann@t-online.de)
E-Mail-Password:                                (aus der Anschlussanmeldung des Providers)

Aber auch die für den Betrieb eines Computers notwendigen Zugangsdaten (Login-Daten wie Admin- und Benutzer-Account sowie dazugehörige Passwörter), und, falls angelegt, in Anwendungsprogrammen verwendete Anmeldeinformationen sollten für den Ernstfall griffbereit hinterlegt werden.

Nach dem Urteil des BGH vom 12.07.2018 haben die Erben Anspruch auf Zugang zu den Inhalten des oder der online-Konten und E-Mail-Diensten. Gedanken sollte man sich daher auch machen, was mit den Daten bzw. Accounts nach dem Tod geschehen soll. Sollen sie gelöscht oder auf andere Personen übertragen werden. Dies kann z.B. in einem Testament geregelt werden, indem man dort eine Vertrauensperson als „digitalen Nachlassverwalter“ bestimmt und ihr eine entsprechende Vollmacht erteilt.

Eines ist dabei aber ganz wichtig: die Daten auch immer aktuell halten. Es ist zwar lästig, aber nur so erspart man den Angehörigen im Ernstfall unnötige Probleme.

Im Folgenden sind einige Verlage aufgeführt, bei denen eine Vorsorgemappe in gedruckter oder elektronischer Form zu erhalten ist (die Aufzählung ist nur beispielhaft und sicher nicht vollständig)

Weitergehende Informationen zum BGH-Urteil vom 12.07.2018 gibt es u.a. bei

Henning Hilmer, 05.12.2014, aktualisiert am 13.07.2018